Neue internationale Leitlinie für die Diagnostik und Therapie beim PCO-Syndrom

Kürzlich wurde eine neue, von Vertretern verschiedener internationaler Fachgesellschaften wie auch der Europäischen Gesellschaft für Fortpflanzungsmedizin und Embryologie (ESHRE) erarbeitete Leitlinie zur Diagnostik und Therapie beim Syndrom polyzystischer Ovarien (PCOS) veröffentlicht. Schätzungsweise ist eine von zehn Frauen in unterschiedlichem Ausmaß von dieser Erkrankung betroffen. Aufgrund der damit verbundenen Zyklusstörungen handelt es sich auch um eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch. Die Leitlinie beschreibt die diagnostischen Tests und definiert die Kriterien für das Vorliegen eines PCOS beispielsweise anhand einer Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke oder durch die Feststellung erhöhter Serumwerte männlicher Hormone. Für die verschiedenen Ausprägungen des Syndroms bei betroffenen Frauen werden die bevorzugten Therapieverfahren dargestellt. Dabei wird aufgrund der zunehmenden Datensicherheit aus mehreren Therapiestudien erstmals die Anwendung eines Aromatase-Hemmers (z.B. Letrozol) als Erstlinientherapie bei Kinderwunsch gegenüber dem bisher favorisierten und für die Eierstockstimulation zugelassenen Clomifen favorisiert. Auch auf den Zusammenhang von PCOS mit dem körperlichen und seelischen Wohlbefinden betroffener Frauen geht die neue Leitlinie ausführlich ein. Diese steht unter dem folgenden Link zum Download bereit:
https://www.monash.edu/__data/assets/pdf_file/0004/1412644/PCOS-Evidence-Based-Guideline.pdf

Prof. Dr. med. Barbara Sonntag