Spermiengewinnung durch Hodenbiopsie

Die TESE (Testikuläre Spermienextraktion) ist eine einfache Operation, die wir ambulant in örtlicher Betäubung oder mit Vollnarkose in unserer Klinik durchführen können. Sie ist dann notwendig, wenn im Ejakulat keine Spermien nachweisbar sind (Azoospermie). Dabei werden durch eine Hodenbiopsie Spermien gewonnen, aufbereitet und anschließend eingefroren, wie es in der Graphik schematisch dargestellt ist. Schon während der Operation kann festgestellt werden, ob Spermien vorhanden sind, was in ca. 60 % der Operationen der Fall ist.

Wie ist der Ablauf einer testikulären Spermienextraktion? Dieses Schaubild erklärt es Ihnen!

Das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von der Firma Ferring zur Verfügung gestellt

Diese Spermien stehen damit für eine ICSI-Behandlung zur Verfügung. Die Schwangerschaftsrate mit so gewonnenen Spermien liegt in Bad Münder bei 34 % pro ICSI -Versuch (Zum Vergleich: bundesdeutscher Durchschnitt = 24 %).

Zeitlicher Ablauf der TESE

Die Notwendigkeit eines solchen Eingriffs klären Sie in einem persönlichen Gespräch mit Dr. Chandra. Dabei werden Ihnen auch Aufklärungsbögen überreicht und die Vorgehensweise ausführlich erläutert. Sie entscheiden sich für eine örtliche Anästhesie oder für eine Vollnarkose.

Arbeitgeber- und arbeitnehmerfreundlich operieren wir donnerstags. Nach Erholung am folgenden Wochenende ist man üblicherweise am Montag wieder arbeitsfähig. Den OP-Termin können Sie direkt mit der Rezeption vereinbaren.

Terminbestätigung:

Am Tag vor der Operation müssen Sie erneut bei uns anrufen, um den Termin zu bestätigen. Außerdem erhalten Sie erst dann die genaue Uhrzeit des Eingriffs.

Tag der Operation

Zum vereinbarten Zeitpunkt müssen Sie nüchtern mit einer Begleitperson in unserer Klinik erscheinen. Sollten Sie regelmäßig Medikamente nehmen müssen (Bluthochdruck, Schilddrüse etc.), dann können Sie diese auch am Operationstag mit einem Schluck Wasser einnehmen.

Mitzubringen:

An diesem Tag müssen Sie auch die Aufklärungsbögen für den Eingriff sowie die ausgefüllte Einverständniserklärung für die Narkose unterschrieben mitbringen. Ebenso bitten wir Sie, einen zu kleinen und zu engen Slip mitzubringen, damit Sie ihn nach der Operation zur Schmerzprophylaxe anziehen können. (Pendeln wäre schmerzfördernd.)

Sollten Sie sich für eine Vollnarkose entschieden haben, wird Sie im Operationstrakt der Narkosearzt in Empfang nehmen und Ihnen die Vorgehensweise bei der Narkose erläutern und möglicherweise vorhandene Fragen zu diesem Thema beantworten. Anschließend ziehen Sie sich um (OP-Bereichskleidung) und werden in den Operationssaal geführt. Nach Vorbereitung durch den Narkosearzt (Infusion) werden Ihnen Medikamente injiziert, die Sie sofort tief und fest einschlafen lassen.

Sollten Sie sich für die örtliche Anästhesie entschieden haben, ziehen Sie sich erst um (OP-Bereichskleidung) und erhalten eine Infusion mit beruhigenden Medikamenten. Erst dann wird mit zwei Injektionen in den Hodenstrang der Hoden betäubt. Nach ca. 1 Stunde Einwirkzeit werden Sie in den Operationssaal geführt.

Die einseitige TESE dauert ca. 25 Minuten, die beidseitige ca. 45 Minuten. Aufgrund unserer hervorragenden Infrastruktur können wir durch einen Schnelltest schon während der Operation das Vorkommen von Spermien bestätigen. In so einem Fall kann auf die Hodenbiopsie der anderen Seite verzichtet werden. Nur selten sind wir auf das gründliche Durchmustern (2 Stunden) der entnommenen OP-Präparate nach der Operation angewiesen.

Anschließend werden Sie in den Aufwachraum verlegt, wo Sie sich ausschlafen können. Der Operateur wird dort auch die Ergebnisse der Untersuchung mit Ihnen besprechen und die sich daraus ergebenden therapeutischen Konsequenzen erläutern.

1–3 Stunden nach Operationsende können Sie meist schon wieder von Ihrer Begleitperson nach Hause gefahren werden. Die häusliche Betreuung sollte jedoch gewährleistet sein; zumindest am Operationstag ist es notwendig, dass sich jemand zu Hause um Sie kümmert.
Falls erforderlich, können Sie von uns auch eine Krankmeldung bekommen, je nach Ausmaß des Eingriffs über einen Zeitraum bis zu einer Woche.