So läuft die Reagenzglasbefruchtung ab

Entweder im Rahmen des Erstgesprächs oder nach Abschluss der notwendigen Diagnostik wird die Durchführung der Reagenzglasbefruchtung mit Ihnen besprochen.

Kostenplan

Die Kosten der In-vitro-Fertilisation erstatten – sofern Sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen – die gesetzlichen Krankenkasse nur zur Hälfte; die andere Hälfte ist vom behandelten Paar selbst zu tragen. Damit die Krankenkasse ihren Anteil an den entstehenden Kosten übernimmt, muss zunächst ein Kostenplan bei der Versicherung eingereicht werden, den wir für Sie erstellen.

Vorzyklus

Üblicherweise wird im Zyklus vor der eigentlichen IVF-Therapie eine Vorbehandlung mit einer „Pille“ durchgeführt. Diese verschreiben wir Ihnen bereits im Vorfeld. Sie sollten mit der Einnahme am ersten Zyklustag beginnen und an diesem Tag auch in unserer Klinik anrufen.

Bitte melden Sie sich telefonisch am 1. Tag der Pilleneinnahme unter der Tel.-Nr. 

Hotline 05042 940 –361 oder –363.

Wir besprechen dann mit Ihnen den weiteren Ablauf der In-vitro-Fertilisation, um eine Kalenderwoche für die Punktion der Eizellen festzulegen. Gern gehen wir dabei auf Ihre Terminwünsche ein, sofern dies sowohl der zeitliche Ablauf der geplanten Therapie als auch die Sprechzeiten des behandelnden Arztes zulassen. Sollte es einen Zeitraum geben, den Sie für die Therapie komplett ausschließen möchten – sei es, weil Sie im Urlaub sind oder Sie und Ihr Partner/Ihre Partnerin aus beruflichen oder persönlichen Gründen verhindert sind – so teilen Sie uns dies bitte mit, damit wir diese Angaben bei unserer Planung berücksichtigen können.

Bitte beachten Sie, dass wir nur den ungefähren Zeitraum einer Kalenderwoche angeben können – nicht aber den genauen Zeitpunkt der Punktion.

Behandlungsplan

Nach Ihrem Anruf schicken wir Ihnen einen Patientenausweis zu, in dem der Zeitablauf mit den ersten Untersuchungen eingetragen ist. Unabhängig vom verwendeten Stimulationsprotokoll finden Sie dort einige wichtige Termine:

  • Den Zeitpunkt, an dem Sie die bereits begonnene Einnahme der Pille wieder beenden müssen.
  • Der erste Ultraschall zum Ausschluss von Zysten am Eierstock. Diesen kann auch der Frauenarzt vor Ort durchführen. Gegebenenfalls werden wir Sie dazu auffordern, uns nach dieser Untersuchung anzurufen und die Ergebnisse mitzuteilen.
  • Beginn der Stimulation. Für jeden Tag der ersten Stimulationsphase sind die täglichen Hormongaben eingetragen. Meist sind dazu Spritzen notwendig, die unter die Haut injiziert werden. Das können Sie in einer Arztpraxis durchführen lassen, praktischer ist es jedoch, wenn Sie dies selbst durchführen. Wie das geht, können Sie hier nachlesen.
  • Kontrolle der Hormonwirkung. Dazu bekommen Sie einen Termin in unserer Klinik, an dem mit Ultraschall die Entwicklung der Eibläschen kontrolliert wird.
  • Alle weiteren Termine sind im Vorfeld nicht festzulegen und daher auch noch nicht eingetragen. Oft ist es jedoch möglich, bereits nach dem zweiten Ultraschall den Termin zur Punktion festzulegen.

Eizellentnahme (Punktion)

Sind die Follikel beim Ultraschall groß und zahlreich genug, so löst man den Eisprung aus. Vorher werden noch Medikamente zur Unterdrückung des natürlichen Eisprungs gegeben, damit die Ovulation nicht vorzeitig eintritt.

Frühestens nach ca. 40 Stunden nach der Gabe des eisprungauslösenden Medikaments kommt es zur Ovulation. Dieser kommt man mit der ultraschallgesteuerten Entnahme der Eizellen zuvor. Aufgrund dieser wichtigen zeitlichen Zusammenhänge ist es von großer Bedeutung, dass die Spritze und die Punktion jeweils pünktlich erfolgen, wobei natürlich ein Zeitpolster vorhanden ist.

Die Eizellentnahme (Punktion) erfolgt meist im Laufe des Vormittags. Sie müssen nüchtern zu diesem Termin erscheinen, da der Eingriff in einer kurzen (weniger als 10 Minuten dauernden) Narkose vorgenommen wird. Ihr Partner wird Sie begleiten, da wir an diesem Tag auch die Spermien zur Befruchtung der Eizellen benötigen.

Der Narkosearzt wird mit Ihnen noch über den Ablauf der Narkose sprechen und Ihre Fragen diesbezüglich beantworten. Dann nehmen Sie auf einem gynäkologischen Stuhl Platz; der Partner kann – wenn er möchte – bei der Punktion anwesend sein.

Wir legen daraufhin einen venösen Zugang zur Injektion der Medikamente zum Einschlafen und kurz danach schlafen Sie tief und fest. Nach der Punktion bringen wir Sie in den Aufwachraum, wo Sie sich ausschlafen können; meistens sind die Patientinnen jedoch schon 15 Minuten nach der Punktion wieder wach und ansprechbar. Dann teilen wir Ihnen mit, wie viele Eizellen wir gefunden haben und nach einem abschließenden Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt können Sie wieder nach Hause fahren. Selbstverständlich können Sie auch eine Krankmeldung bekommen.

Der Tag nach der Punktion (Befruchtung)

Am Tag nach der Punktion kontaktiert Sie unser IVF-Labor. 

  • Ihnen wird mitgeteilt, wie viele Eizellen befruchtet wurden.
  • Sie werden gefragt, was mit evtl. vorhandenen überschüssigen befruchteten Eizellen geschehen soll. Wenn Sie es wünschen und es medizinisch sinnvoll ist, können Sie diese Eizellen zur späteren Verwendung einfrieren.
  • Außerdem werden Sie nochmals gefragt, wie viele Embryonen eingesetzt werden sollen. Dies wird Ihr Arzt mit Ihnen im Vorfeld jedoch bereits erörtert haben, Sie müssen es dann nur noch einmal bestätigen.
  • Zuletzt bekommen Sie den Termin für die Rückgabe (Transfer) der Embryonen, zwei bis fünf Tage nach der Punktion am späten Vormittag.

Transfer

Zum Zeitpunkt des Transfers haben sich die Embryonen bereits mehrmals geteilt. Der Transfer selbst ist nicht schmerzhaft und entspricht vom Ablauf dem Vorgehen bei einem Abstrich für die Krebsvorsorge.

Der Gebärmutterhals wird mit einem Spekulum eingestellt und die Scheide mit einem Tupfer gesäubert. Anschließend führen wir einen Katheter durch den Gebärmutterhals, der zunächst nur den Weg bahnen soll. Die Embryonen liegen derweil noch im Brutschrank. Erst wenn diese Vorbereitungen abgeschlossen sind, holen wir sie heraus.

Die Embryonen werden in einen sehr feinen und weichen Schlauch aufgenommen und dort in der Spitze platziert. Diesen Schlauch schiebt man durch den bereits liegenden Führungskatheter in die Gebärmutterhöhle. Dort „spült“ man die Embryonen mit einer sehr geringen Flüssigkeitsmenge ein. Im Anschluss kontrolliert man den Transferkatheter nochmals, und wenn die Embryonen sicher in der Gebärmutter gelandet sind, ist die Prozedur beendet und Sie können wieder aufstehen. Anschließend geben wir Ihnen noch einige Verhaltensmaßregeln mit auf den Weg und vereinbaren mit Ihnen einen Termin für den Schwangerschaftstest.

Schwangerschaftstest

Am Tage des Schwangerschaftstests müssen Sie zur Blutentnahme entweder in unsere Klinik oder zu Ihrem Frauenarzt gehen. Wird die Blutentnahme außerhalb durchgeführt, dann haben Sie bereits am Transfertag einen Versandkarton mit Blutentnahmematerial bekommen, mit dem Sie uns die Blutproben zusenden können. Meist noch am gleichen Tag oder einen Tag später können Sie das Ergebnis des Schwangerschaftstests bei uns erfragen. Wie wahrscheinlich eine erfolgreiche Behandlung in unserer Klinik ist, können Sie in unserem gesonderten Kapitel über die Erfolgsraten nachlesen.